Aorangi Project Blog

adventures of inga and chris

Die Westkueste hoch und runter März 23, 2012

Filed under: posts from nz — wuestenkuh @ 1:20 am
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Hallo hallo hallo an alle und willkommen zu einem neuen, etwas weniger aufregenden Artikel. Schliesslich koennen wir ja nicht alle Tage unsere Zeit in reissenden Fluessen verbringen.

Stattdessen haben wir uns ins Auto gesetzt und einige Kilometer zurueckgelegt, und zwar an der tollen, wilden Westkueste der Suedinsel. Diese ist nirgendwo breiter als 40 km, ist sozusagen zwischen dem Meer und den Alpen eingeklemmt. Wer ein wenig von der geographischen Lage Neuseelands versteht – isolierte Inseln, die meist feuchte Westwinde abbekommen – kann nachvollziehen, dass all das Wasser in der Luft an den Bergen haengenbleibt und sich an der Westkueste (also auch im Fjordland) abregnet. Alles weitere kann man sich ja vorstellen …

So hatten auch wir zwangslaufig mit Regen zu tun, allerdings weniger viel als erwartet. Dennoch sollte der Neuseeland-Traveller nicht enttaeuscht sein, wenn er den weiten Weg zur amazing westcoast zurueckgelegt hat, in der Hoffnung auf tolle Kueste-Regenwald-Berge-Gletscher-Panoramen, und dann hiermit konfrontiert ist:

Sicher, sieht auch nett aus, aber verglichen mit dem Foto aus dem Reiseprospekt vielleicht etwas weniger aufregend. Wer das Prospektfoto sehen will, der sollte im www mal nach Bildern des Mt. Cook suchen, die vom Lake Matheson aufgenommen wurden. Das ist naemlich so ziemlich die Stelle, von der unser Wolkenpanorama stammt.

Aber wir waren nicht enttaeuscht und haben dennoch die Hauptattraktion der westcoast besucht: den Fox und den Franz Josef Gletscher, spaeter sogar auch mit mehr Aussicht und Sonne. Das besondere an diesen Gletscher ist, dass sie sich von den Berggipfeln bis fast auf Meereshoehe herunterschieben, staendig genaehrt durch das feucht-kalte raue Klima, und so dort auf den gruenen Regenwald treffen. Nirgendwo sonst auf der Welt existieren Gletscher so tief unten, nirgendwo mixt sich Eis mit Regenwald. Das ist faszinierend und wir waren daher auch wirklich beeindruckt. Doch so eine Attraktion zieht natuerlich Touristen in solchen Massen an, dass der Vergleich mit Sandflies, welche zu ihrem naechsten Opfer ausschwaermen, gar nicht so unpassend erscheint. Jaja, der Massentourist, das ist schon eine ganz besondere Spezies. Sie tritt, wie der Name sagt, in grosser Zahl auf, sammelt sich an raeumlich ueberschaubaren Orten, draengt sich aneinander und nimmt ihre Umwelt groesstenteils indirekt war – naemlich durch die Linse, aehm, den Bildschirm, ihrer Kamera. Dabei ist der Massentourist immer auf der Suche nach dem ultimativen Foto und somit bereit, einige Risiken einzugehen. Kein Wunder, dass  Risikobereitschaft sowie Kamerawahrnehmung des Massentouristen und die lebensgefaehrliche Gletscherwelt (Achtung! Tonnenschwere Eisschollen brechen ab! Gletscherspalten sind tief!) eine etwas fragwuerdige Mischung ergeben. Die Kiwis suchen daher fieberhaft nach Moeglichkeiten, mit dieser Mischung irgendwie umzugehen und das Schlimmste zu verhindern. Am Fox Glacier signalisiert einem daher dieser nette Herr ein klares ¨Stopp! Nicht weitergehen!¨. Danke, Mr. Fox, dafuer gibt es ein freundliches give 5!

Nach einer groesseren Gletscherwanderung am anderen Glacier fuhren wir weiter nach Norden, bis zu den sogenannten Pancake(Pfannkuchen)-Rocks und dem Paparoa Nationalpark. Auch sehr schoen, aber auch wieder einigermassen voll. Dennoch genehmigten wir uns eine kleine Schluchtwanderung. Eine grosse haetten uns unsere mueden Beine auf nicht verziehen, die vielen langen Abstiegen der letzten Zeit waren allesamt nicht ohne! Wir entschieden daher, die Westkueste nach gut einer Woche zu verlassen und aufzubrechen zu neuen Abenteuern und dem Ziel Arthur´s Pass. Kurz vor dem Abschied allerdings fanden wir noch diesen Strand, mit einem noch gluehenden Feuerrest vom Vorabend. Da mussten wir einfach noch etwas Holz auflegen! Good bye, westcoast!

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PS: Der Fluss-Artikel hat nun auch ein paar Fotos!

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„Im Fluss“ oder „wie der Fluss dem Pass die Show stahl“ März 17, 2012

Filed under: posts from nz — wuestenkuh @ 1:20 am
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Dieser Text – nicht gerade „im Fluss“ verfasst – handelt davon, wie es sich anfuehlte „im Fluss“  zu sein, waehrend wir versuchten „im Fluss“ zu bleiben bei der gleichtzeitigen Bemuehung wieder aus ihm herauszukommen… und zwar am anderen Ufer…

Neuseelaendische Bergbaeche und -fluesse sind sehr spannend… wunderschoen, klar, blau, ihr Wasser erquickend an einem heissen Wandertag, es schmeckt gut und kuehlt die geschundenen Fuesse, Fluesse plaetschern ganz wundervoll, mal schneller mal langsamer in Wasserfaellen oder auch in kleineren Rinnsaelen, wenn sie denn fliessen… denn viele verschwinden, regnet es mal einige Zeit nicht. Sie tauchen aber schnell wieder auf, wenn der Regen beginnt, wachsen schnell an und verwandeln sich in oft reissende, graubraune Stroeme… und schwellen beinah so schnell wieder  ab.

Unsere letzte Wanderung mit unserer Mitbewohnerin Heide fuehrte noerdlich vom Lake Wanaka (um 500m) ueber den Gillespie Pass (um die 1500m): Es ist ein lieblicher, viertaegiger, im Winter nicht passierbarer Rundwanderweg mit einem eintaegigen Ausflug zu einem Gletschersee mit Eisbergen. Die Wanderung gilt als geheimer und noch nicht so recht entdeckter Pracht- und Touristenweg (Great Walk). Darum gibt es auf diesem Track (noch?) keine Bruecken. Er bietet also die erfreuliche Gelegenheit naehere Bekanntschaft mit neuseelaendischen Fluessen zu machen, sie hautnah zu erleben…

Der Weg war grossartig im Sonnenschein, die erste Flussquerung ein gutes Erlebnis: Schuhe, Socken, Hosen in den Rucksack.. oder oben drueber legen, und dann – mit langen Stoecken bewaffnet, in Sandalen, Flipflops und barfuss – wateten wir durch den Strom. Blos schnell rueber und wieder anziehen! Ich glaube, den Sandflies galt dabei unsere groesste Aufmerksamkeit.  Christophs Knie waren umspuelt, Heide und mir ging das eisige Wasser auch nur beinahe bis zur Huefte. Zwar war die Stroemung spuerbar, doch waren wir alle relativ schnell… wegen der Sandflies eben und weils im Fluss doch kaelter wird als man denkt, wenn man noch trocken und warm von der Sonne ist. 3 israelische Wanderer, die direkt nach uns kamen, gaben sich gar nicht erst damit ab ihre Hosen auszuziehen fuer die Querung.. ist doch alles pillepalle, dachten die sich und erinnerten sich erst als ihnen das Wasser an den Oberschenkeln  stand, dass sie ja ipod und Kamera in den Beintaschen hatten.

Die Sonne erfreute uns zwei lange Tage und wir verbrachten viele Stunden mit frischem Kaffee und Nickerchen auf dem hart erkaempften Pass mit einer traumhaften Aussicht (’stunning view‘) auf die Suedalpen. Auch wenn die weit hoehere Gipfel haben, fuehlten wir uns auf dem Pass ein bisschen wie auf dem Dach von Kiwiana. Der Pass ist darum nicht nur in Hoehenmetern (immerhin 1100 plus auf und ab) der Hoehepunkt der Rundwanderung… Neuseelaender halten von Serpentinen eher wenig und bevorzugen den direkten Weg, drum gehts steil auf und ab auf ihren Wanderwegen, die Knie beschweren sich und man fuehlt sich als haette man in Wahrheit das Doppelte an Hoehenmetern ueberwunden.

Die Huetten waren aus- bis ueberlastet (Wie verteilt man 30Personen auf 20 Betten?), Australier wie junge Israelis scheinen die Gegend gleichermassen zu lieben…  und das zu recht!!!

Am dritten Tag zog eine Regenfront ueber die Tasmanische See direkt in die Westkuste hinein und es begann zu troepfeln, zu regnen und spaeter zu giessem… um nicht den Abendregen abzubekommen beschlossen wir den Gletschersee ‚zu ueberspringen‘ und nur ein kleines Stueck zu laufen zur naechsten Huette und dort den Regen abzuwarten. Das bedeutete eine weitere Flussquerung, die schon erheblich spannender war und die wir, praepariert wie bei der ersten, diesmal aber zu dritt, enguntergehakt vornahmen… das Wasser war kaelter und irgendwie reissender um die Beine und beim letzten der drei Flussarme definitiv hoeher als bei der Flussquerung zu Beginn der Wanderung… aber die Sonne schien ja noch und das Sandflyproblem war nicht ganz so draengend.

Wie erwartet liess der Regen das Wasser steigen und wir verbrachten einen ruhigen, vertraeumten und verfressenen Tag in der „Kerin Forks Hut“ zusammen mit einem Hollaender und zwei Australiern und sahen zu, wie der Fluss stieg und stieg, grau wurde, farblos und ziemlich reissend wurde,

wie der Regen irgendwann nachliess und der Fluss wieder abzuschwellen begann, langsamer wurde… sodass wir dann am darauffolgenden Tag gemeinsam mit einem der Australier einen „Ausbruch“ wagten. Wir waehlteneine Stelle weiter Fluss abwaerts. Dort sah das Wasser etwas weniger tief und auch etwas weniger schnell aus als an anderen Flussabschnitten.

Der Australier – muskelbepackt mit 30 Kilorucksack und einer riesen Portion Mut – ging als erster und alleine… und schaffte es, das Wasser bis zum Bauch, ganz ohne zu schwimmen ans andere Ufer. Das machte uns Mut!

Wieder zu dritt und wie ueblich ausstaffiert tasteten wir uns vor in den Fluss… der tiefer und tiefer wurde, eisigkalt war und an den Beinen riss.

Als das Wasser Heides und meinen Bauchnabel ueberstieg begann ich mich zu fragen, ob Rucksaecke tatsaechlich schwimmen koennen und wie es ist mit Rucksack auf dem Ruecken zu schwimmen. Wir gingen weiter… immer im Fluss.

Als das Wasser noch tiefer wurde stellten Heide und ich beruhigt fest, dass Rucksaecke tatsaechlich erheblichen Auftrieb besitzen und dass man auch ohne direkten Bodenkontakt ganz gut vorwaerts kommt… man muss eben immer im Fluss bleiben beim Paddeln. Tatsaechlich war mein groesstes Problem in dieser Phase, beim Paddeln die Flipflops an den Fuessen zu behalten.

Als mein erster Wanderschuh (sie hingen auf Hoehe meiner Schultern) mit Wasser vollief begann ich mir Gedanken darueber zu machen, ob die Rettung meiner Flipflops tatsaechlich so wichtig war und wie es sich anfuehlt, auf einem Rucksack einen Flusslauf hinabzureisen.

Zum Gluck hat Christoph diese wundervollen langen Beine und verliert – wie ja die meisten von euch wissen – nicht so schnell den Boden unter den Fuessen auch wenn ihm das Wasser „bis zum Hals“ zu stehen droht.

Halb schwimmend, halb laufend  und immer im (Bewegungs)Fluss bewegten wir uns nun also durch den  Fluss unaufhaltsam aufs andere Ufer zu. Nass, steif und uebergluecklich (ja nach dem Adrenalin gibt es Serotonin und Endophine fürs Hirn) kletterten wir die Uferboeschung hinauf, wo uns schon der Australier mit den Sandflies erwartete.

Letztere machten sich mit Begeisterung ueber uns her, waehrend wir versuchten an unsere trockene Kleidung (bei mir ganz unten im Rucksack, grrrr) zu kommen und diese anzuziehen.

Tja, der Rest dieser Wanderung erlebten wir wie im Traum… Sonnenschein, warme Luft, ein einfacher Weg… unterwegs trafen wir dann noch ein paar Israelis die uns zum Kaffeetrinken einluden, der Australier teilte seine letzten Essensvorraete mit uns: Kaese, Wurst und Chilischokolade! Und bevor wir in die Verlegenheit kamen die letzte Flussquerung in Angriff zu nehmen (diesmal sah es wirklich nach Schwimmen aus), fuhr ein Jetboot an uns vorbei. Natuerlich streckten wir die Daumen raus und wurden auch gleich ans andere Ufer gebracht… nicht ohne bei voller geschwindigkeit ein paar Kurven zu drehen. Wir vier waren alle sehr dankbar fuer diese trockene und warme Art der Flussueberquerung…

Nun wisst ihr, wie es war „im Fluss“ und warum der Fluss dem Pass die Show stahl… Bilder kommen auch bald noch .

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Fjo-o-o-o-rdland ist schrecklich schoen! März 3, 2012

Filed under: posts from nz — wuestenkuh @ 9:37 am
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Zunaechst einmal moechten wir uns entschuldigen, diesen Blog hier so lange unbeachtet gelassen zu haben. Aber wir waren eben da draussen, weit weg, in der Wildnis des wilden Fjordlands im Suedwesten der Suedinsel. Nun sind wir wieder zurueck und wir haben UEBERLEBT!

Nun gut, richtig brenzlig geworden ist es nie auf unseren beiden Wanderungen ueber 4 und 9 Tage und wir waren wirklich weit entfernt von irgendwelchen Verletzungen. Auch wenn der Weg (falls es einen gab) nicht immer einfach zu laufen war. Doch haben diese Tage hier in Fjordland einigen Eindruck auf uns gemacht, wieder so ganz anders als die Zeit in und um Invercargill.

Zunaechst planten wir eine 4-taegige Wanderung am Rande Fjordlands als kleinen Test. Wofuer? Nun ja, wir wollten sehen, ob wir einige Zeit in weglosem Gelaende, mit Karte und Kompass, unterwegs sein koennten, um spaeter eine groessere Runde mit 5 Tagen ohne Track, dafuer aber zahllosen Flussueberquerungen wagen koennten. Dieser Test war einerseits ein sehr schoener, auf dem wir tatsaechlich keinen einzigen Menschen trafen. Andererseits war es aber auch ein ernuechternder, da wir feststellen mussten, dass wieder einmal den DOC-Informationen nicht zu trauen ist (wir haben darueber ja schon berichtet)! Den eigentlich erwarteten wir, die ersten anderthalb Tage noch einen klaren Weg vorzufinden … stattdessen pirschten wir stunden-, nein, tagelang durch teilweise dichtesten Wald auf der Suche nach orange-pinken Schleifen an Bauemen und Straeuchern. Nicht ganz einfach und sehr sehr zeitaufreibend! Wer findet zum Beispiel die drei Schleifen in folgendem Suchbild?

 

Jaja, der Delphin war nur fuer die Anfaenger! Kein Wunder, dass wir zwischendurch entnervt uns zur nahen Wiese durchschlugen, um dort schneller voranzukommen. Nur, um dort mit einem Supmfloch nach dem anderen konfrontiert zu werden, in den Wald zuruecklaufen zu muessen und – na klar – den verlorenen Schleifchenpfad wiederzufinden. So verging Stunde um Stunde, bis wir, die zweite (wunderschoene) Nacht im Zelt vor Augen, unseren Plan aufzugeben und zurueckzugehen. Denn das Essen war eher knapp kalkuliert und ausserdem war da noch ein DOC-Ranger, der im Zweifelsfall eine Suchaktion fuer uns gestartet haette. Wer will das schon! Unsere Erkenntnis aus diesem Test fuer unser naechstes Abenteuer im Hollyford Valley war natuerlich klar. Anstatt 70 km weglos bis zur Kueste und 60 km auf dem Hollyford Track zurueck zu laufen, beschlossen wir, uns nur auf den Track zu beschraenken (also rein und raus auf dem gleichen Weg) und die neuseelaendische Wildnis in Ruhe zu lassen (wild genug wars dann dennoch). Eine zweite Erkenntnis aus dem Test war unsere eindeutige Kriegserklaerung an die Sandfly, jene blutluesterne Fliege, die jedem Besucher dieser Inseln frueher oder spaeter das Leben zur Hoelle macht. Vor allem in Fjordland, wo die Tiere manchmal so zahlreich sind, dass der Himmel ziemlich schwarz aussieht – mittags. Hier ein Blick unter unser Zelt (jeder dieser Punkte will nur eines: unser Blut!):

Gegen diese Biester ist kein Kraut gewachsen, am Ende bleibt einem meist nur die Flucht. Auch wenn wir zumindest fuer die Fuesse einen einigermassen wirksamen Schutz entwickelt haben, siehe hier:

Unser lieber Alex hatte schon recht mit dieser Mode, dieser alte Trendsetter (alle, die Alex kennen, werden sich jetzt sicher freuen!; fuer alle anderen tut es uns ehrlich leid)!

Nach einigen kleinen Ausfluegen zu traumhaften Seen:

und natuerlich dem weltberuehmten Milford-Sound (siehe die Millionen Fotos im Internet) und auf dem Weg einen Kea und ganz ganz viele andere komische Gestalten trafen:

starteten wir also vor nunmehr 10 Tagen auf den Hollyford-Track, der uns ueber knapp 60 tolle Kilometer bis zur Kueste bringen sollte, wo schon eine Robbenkolonie auf uns wartete. Ein Traum, ein Traum, ein Traum! Wir wurden natuerlich nass (Wanderschuhe lassen sich aber gut ausschuetten!), und ja, auch die Sandflies hatten ihre Freude an uns. Dennoch wollen wir diesen Ausflug keinesfalls missen, auch wenn wir nun erst einmal eine Blutsaugerpause brauchen und wieder in trockenere, inlaendische Gefilde aufbrechen werden. Wieder zurueck nach Wanaka.

Mit im Gepaeck haben wir nun auch fuer die naechsten 2 Wochen eine Reisegefaehrtin, Heide (aus Aachen), die wir auf dem Track aufgelesen haben. Die naechsten Abenteuer rufen also nach uns, und zwar ganz laut!

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ein hoch auf die buskers! Februar 7, 2012

Filed under: posts from nz — wuestenkuh @ 2:48 am
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Vor ein paar Tagen (Samstag) war es endlich soweit: wir haben unseren Tag im Queens-Park von Invercargill auf der Wiese verbracht und uns verwoehnen lassen von den atemberaubenden, verzaubernden und zum Schreien komischen Buskers!!

An dieser Stelle muss natuerlich die Bedeutung des Wortes „Buskers“ enthuellt werden, was auch uns unbekannt war. Unser kleines Woerterbuch sagt dazu schlicht „Buskers“ = „Strassenkuenstler, -musikant“. Und diese Kuenstler treffen sich also einmal im Jahr in Christchurch zu ihrem World Festival. Einige von ihnen haben sich anheuern lassen, beim „Southland Buskers Festival“, eben in Invercargill, aufzutreten, zu unserer Freude. Wir koennen euch sagen, es kam richtig gute Stimmung auf!

Und das, obwohl der Morgen zunaechst verregnet war. Somit begannen die „Circus Fireman“ (Australien) auch nicht auf der Buehne, sondern unter dem Dach des kleinen Parktempelchens. Dadurch kam richtige Familienatmosphaere auf, denn die zwei Fuerwehrmaenner hatten gute Tricks, aber auch gute Witze auf Lager. Hierzu dieses kleine Bild:

Danach ging’s draussen weiter mit dem wunderbaren Peter Mielniczek (GB), der aus so gut wie nichts nahezu alles machte. Wer dachte, wow, viel mehr geht nicht, sah sich im Anschluss getaeuscht. Denn nun standen die „Lords of Strut“ auf der Buehne, unsere Helden, unsere Favoriten. Die beiden Brueder aus Irland – Seantastic und Shamous Famous – waren so unglaublich gut, dass wir voellig hin und weg waren. Akrobatik top, Performance und Idee und Witz: ueberirdisch. Diese zwei machen dabei den Ganzkoerperanzug fuer den Mann noch dazu wieder salonfaehig. Wer sich davon uberzeugen lassen wil, sollte mal hier reinschauen: http://lordsofstrut.com/los_gallery_video.html

Wir haben die Lords gleich noch in die Linkliste rechts mit reingebracht, gleich zu den Supertight Leggings, schliesslich scheinen die vier ja irgendwie alle miteinander verwandt zu sein. Alex und Harald, wir wollen euch und die Lords of Strut auf Tour sehen – das waere der Wahnsinn!

Logischerweise hatten es die nachfolgenden Kuenstler – Minnie Maniac (NZ), Lindsey Benner (USA) und Las Cossas Nostras (SP, AUS) etwas schwer, denn wie sollte man die Lords erreichen koennen? Obwohl die „Crazy Duck“ der Cossas Nostras schon auch wieder so gut war, dass auch hierzu ein Foto kommen muss:

Das Finale war dann aber wieder explosiv – was die Jonglage, aber auch den Wortwitz anging: Hilby aus Deutschland hat mit so ziemlich allem jongliert, so ziemlich jeden Zuschauer mit eingebunden und dabei die ganze Zeit einen Witznaller nach dem anderen gezuendet. Ein Strassenkuenstler der alten Schule, ganz ohne grossen Schnickschnack, ohne Netz und doppelten Boden – fantastisch!

Um ca. 18 Uhr war’s also vorbei, wir komplett erledigt von so viel Kunst, aber rundum zufrieden und gluecklich, den Weg nach Invercargill so zuegig zurueckgelegt zu haben.

Abends sind wir noch aufgebrochen und etwas weiter die Kueste entlang nach Osten gefahren zu unserem naechsten Ziel, der Curio Bay. Warum genau da? Nun, das alles genau zu erklaeren, wuerde eine lange Geschichte werden. Nur soviel: eine Zufallsbekanntschaft von Wanaka, der Reiseautor Scott Cook aus den USA, empfahl uns diesen Ort waermstens. Man muss sich folgendes vorstellen: ein sehr gemuetlicher, sehr preisguenstiger Zeltplatz auf einer kleinen, felsigen Halbinsel; rechterhand die Curio Bay, wo es einen versteinerten Wald bei Ebbe und morgens und abends die seltensten Pinguine der Welt, die Yelloweyed Penguins, zu bestaunen gibt; linkerhand die ewig lange, sandstrandgesaeumte Porpoise (Tuemmler) Bay, in der eine Gruppe Hector Delphine lebt, ebenfalls aeusserst selten.

Wer wundert sich, dass wir dort so viel zu erleben hatten, dass wir zu fast nichts anderem gekommen sind?

Und daher als Abschluss dieses Suchbild. Wer findet den Delphin?

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Wir leben noch! Januar 30, 2012

Filed under: posts from nz — wuestenkuh @ 9:23 am
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Ja, wir haben es ueberstanden, unser Abenteuer in den Bergen der Mt. Cook Region!!
Der Koenig der Suedalpen hat uns koeniglich empfangen, zwischendrin ordentlich mit Wasser und Sturm uebergossen, uns aber letztlich wieder laufen lassen nach 3 Naechten. Was ist passiert?

Vor nunmehr 2 Wochen sind wir abends im Mt. Cook-Tal angekommen, haben uns bei den Rangern informiert ueber Huetten, Wetter etc. – zumindest wollten wir dies tun, doch die netten Damen (ja, leider waren es nur Damen) des Centre waren ziemlich ueberfordert mit unseren Fragen. Soviel fanden wir am ersten Abend heraus: unsere Huette des Begehrens schlaegt mit 35 Dollar pro Nase pro Nacht zu Buche und hat Platz fuer 30 Leute – fuer uns war sie damit gestorben, dennoch wollte die erste Dame uns partout dorthin schicken, so wie sie es mit allen Wanderern macht. Auf unsere Nachfrage, wie denn die Ausstattung auf der Hooker Hut, die wir in der Karte fanden, sei, sagte sie nur, diese Huette wuerde sie nicht empfehlen, da der Anmarsch zu gefaehrlich sei. Hahaha, haben wir uns gedacht und dennoch die Rucksaecke gepackt mit dem Vorhaben, da das Wetter traumhaft vorhergesagt war, am naechsten Tag zur Hooker Hut aufzubrechen und eben zu schauen, ob der Weg wirklich so schlimm ist. Im Zweifelsfall wollten wir eben wieder umdrehen.
So gesagt, aber nicht getan, denn: Am naechsten Morgen wollten wir uns beim Centre fuer die folgenden Naechte abmelden (der vorzuegliche Rettungs-Service im alpinen Neuseeland kuemmert sich wirklich um einen!!). Die 2. Dame wusste gar nichts mit dem Namen der Huette anzufangen, winkte also die 3. Dame heran. Die sagte uns, dass der Weg komplett verschwunden ist, schon seit 10 Jahren niemand mehr in der Huette war und die sowieso bald abgebaut wird  – oha, da sind wir am Vorabend ja wirklich blendend informiert worden! Und was nun?

Die Loesung war es, auf eine winzige (4 Personen) und sehr einfache, kostenlose Huette auszuweichen, im hiesigen Huettensystem ein sogenanntes Bivouac. In der gesamten Region gibt es nur eines dieser Biwaks, das Sefton Bivvy, etwa 4 Stunden Marsch vom Centre entfernt. Also haben wir uns fuer 4 Naechte dort „eingemietet“ und sind losgezogen, mit einigen Erwartungen:
1. Wir hofften auf eine ganz einfache, aber super gelegene Huette. Ja, die hatten wir dann tatsaechlich, siehe hier:

2. Wir dachten, wir sind dort allein. Das stimmte fast, denn nur in der ersten Nacht hatten wir einen Mitbewohner, Jonas, 20 Jahre, vom Koenigsstuhl. Ein netter Typ.
3. Bis auf kurze Erkundungstouren rund um die Huette waeren wohl keine Wanderungen moeglich, da auf 1500m das Eis beginnt, unser Bivvy aber schon auf 1660m liegt. Damit hatten wir auch recht, siehe hier:

4. Mindestens einen Tag wuerden wir wohl nur in der Huette verbringen, denn Sturm und Regen waren angesagt. Beide kamen auch, und zwar nicht zu knapp … das Wasser flog waagerecht an uns vorbei und die ganze Biwakschachtel bewegte sich des naechtens gefaehrlich im Wind!

Aber egal, wir haben es ueberstanden, sind heil heruntergekommen mit wunderschoensten Erfahrungen in unseren Koepfen, die wir nicht so schnell vergessen werden.

Unser Ziel war dann der Lake Wanaka, den uns Jonas empfohlen hatte. Die Gegend um Wanaka sollte wohl so einige Kletterfelsen zu bieten haben. Die haben wir nun tatsaechlich gefunden, in Huelle und Fuelle!! Seit mehr als einer Woche sind wir hier, sind nahezu jeden Tag geklettert und haben die Aussichten auf die Alpen genossen. Aber natuerlich auch alles andere, was es hier so gibt, vor allem die Baeder in den Fluessen und im See.
Heute war unser letzter Tag hier, den wir noch einmal richtig zelebriert haben, am Fels und in der wunderschoenen, darunter liegenden Schlucht (Geheimtipp!):

Morgen gehts dann weiter nach Sueden, durch bis nach Invercargill, wo die Buskers rufen. Was oder wer das ist, davon erzaehlen wir beim naechsten Mal!
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ein kurzer zwischenstopp Januar 16, 2012

Filed under: posts from nz — wuestenkuh @ 3:44 am
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Den machen wir gerade in Twizel, ziemlich in der Mitte der Suedinsel und ganz nah am Mt. Cook.

Leider ist dies nur ein kurzer Artikel, da wir hier keine guten Internetmoeglichkeiten haben.

Dennoch soviel:

Wir haben unsere Zeit als Camphosts in den Sounds:

 

 

 

 

 

 

 

sehr genossen. Vor allem auch, weil wir diesen wunderbaren Unterstand bauen konnten, den ihr oben seht. Aber auch deswegen, weil wir so wunderbare Menschen getroffen haben, die uns z.B. ihr Boot ueberliessen zum kurzen Paddeln:

Nun sind wir aber schon 1 Woche wieder aus den Sounds draussen und haben uns kontinuierlich nach Sueden bewegt, Christchurch durchfahren und zum Einkaufen genutzt – das City Centre ist komplett gesperrt – und befinden uns nun direkt vor der Kulisse der Berge um den Mt. Cook. Dort werden wir ein paar Tage verbringen und sehen, welche Wannderungen moeglich sind. Ach ja, ein Foto von der Kulisse solls auch noch geben!

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Weihnachten plus Berge mal Neujahr plus Meer ist gleich: Weite Dezember 28, 2011

Filed under: posts from nz — wuestenkuh @ 2:36 am
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Vielen vielen Dank fuer die vielen lieben Weihnachtsgruesse von euch allen! Wir haben natuerlich auch fleissig Gedanken heruebergeschickt, auch wenn es nicht zu Gruessen in Textform gereicht hat (allerdings mussten wir ja auch viel basteln und Pakete verschicken, die Ueberraschungen sind also noch auf dem Weg – die Spannung steigt!).

Jedenfalls haben die Gruesse tatsaechlich Wirkung gezeigt und uns weitestgehend trockene und warme Weihnachten beschert. Und ein bisschen Schnee gab’s auch – naja, zumindest die letzten liegengebliebenen Reste vom Winter. Jaa, wir haben unser erstes gemeinsames Weihnachtsfest in den Bergen verbracht, genauer im Kahurangi NP.

Unsere Plaene hatten sich nach der Flut ja etwas geaendert: die 4-5 Tage Rundwanderung haben wir kurzerhand, aufgrund der Empfehlungen von Simon und Janine, in einen 6-Naechte-Aufenthalt in der luxurioes ausgestatteten Fenella Hut verwandelt, mit Tagestouren mal hierhin und mal dahin. Luxurioes? Die Huette bot Platz fuer mindestens 12 Personen, es gibt Wasser, Gas und Ofen, Kamin und Geschirr, eigener Swimming Pool – eine sogenannte Serviced Hut, die natuerlich auch etwas mehr kostet. Fuer uns ist dies aber nun kein Problem mehr, da wir stolze Besitzer eines Hut Pass sind (92 Dollar pro Nase fuer das halbe Jahr) und jetzt so viel Zeit wir wollen auf nahezu jeder Huette verbringen koennen! Und unsere Entscheidung war goldrichtig. Die Fenella Hut ist zwar recht einfach zu erreichen (5h Fussmarsch nach oben), liegt aber mitten im Nationalpark. Das bedeutet, dass rundum lohnende Gipfel (bis auf 1800m) locken mit wilder Natur so weit das Auge reicht, oder auch tief eingeschnittene Taeler, die mit nahezu undurchdringlichem Wald ueberdeckt sind  – und ueberall rauscht und fliesst ein Bach! Somit hatten wir jeden Tag genug zu wandern und zu entdecken. Traumhaft. Den Tag ueber, also beim Wandern, haben wir nie jemanden getroffen, dennoch ist der Kahurangi nicht menschenleer. Gerade die Fenella ist natuerlich ein attraktives Ziel, und so waren nacheinander einige Deutsche, US-Amerikaner, Venezolaner, Kiwis und ein Kanadier, eine Chilenin und eine Italienerin mit uns oben. Das Weihnachtsfest war also keinesfalls einsam, auch wenn wir Heilig Abend die Huette fuer uns allein hatten.

Zwei kleine Ein-Blicke:

Die Tage in und um die Huette haben uns eine unglaublich tiefe Ruhe und Weite gebracht, die man so wohl nur in den Bergen finden kann. Mit unserem Hut Pass in der Tasche besteht fuer uns kein Zweifel, uns andere Huetten in anderen Bergen zu suchen und noch mehr von dieser Ruhe und Magie aufzusaugen.

Nichtsdestotrotz freuen wir uns auch auf unsere naechste Etappe: Neujahr am Meer, in den Marlborough Sounds auf unserem „eigenen“ campground. Diese Fjordlandschaft hat sicherlich ihren ganz eigenen Reiz und auch (wahrscheinlich) ohne Kanu werden wir genug zu tun haben. Und kulinarisch gesehen wird es uns wohl auch nicht schlecht ergehen, angesichts der Fische und Muscheln direkt vor der Haustuer.

So bleibt uns also nun nur noch eines zu sagen:

Wir wuenschen euch allen einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

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