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adventures of inga and chris

Christchurch – Eine lebendige Stadt April 5, 2012

Filed under: posts from nz — wuestenkuh @ 3:30 am
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Nach einigen vergangenen Tagen ist es nun mal wieder Zeit fuer ein kleines update.

Die Westkueste im Ruecken, kamen wir vor gut 2 Wochen am Arthur’s Pass an, vor uns eine weitere Huettenwanderung durch die Berge. Die musste allerdings zunaechst noch warten, denn das Wetter spielte nicht ganz mit. So verbrachten wir einen kalt-nassen Tag am Pass, hatten allerdings nette Gesellschaft durch einen Kea (der die umliegenden Zelte zerpflueckte) und eine Maus (die sich ein wenig in unseren Essensvorraeten vergnuegte). Am Morgen unseres geplanten Starts stellte sich aber eine Neuigkeit ein, die wir nicht erwartet hatten: „trouble bubble“, unser kleines silbernes Gefaehrt, hatte wieder einmal eine Verletzung und musste schleunigst ins Krankenhaus! Ueber die genauen Umstaende werden wir spaeter an anderer Stelle berichten. Jedenfalls riefen wir den Kiwi-ADAC, der einen Krankenwagen schickte und den Patienten (und uns) ins VW-Hospital nach Christchurch brachte – die Wanderung war geplatzt, wir verbrachten die Nacht anstatt in einer einsamen Berghuette in einem gut belebten Hostel mitten in einer neuseelaendischen Grossstadt. Na toll!

Doch mittlerweile haben wir ja genug von der hiesigen „sweat as“-Einstellung intus und haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Statt dessen haben wir zunaechst intensiv nach einer besseren Bleibe Ausschau gehalten, die wir auch gleich am Folgetag fanden. Und zwar in Form einer grossen chilenischen WG in einem Haus etwas ausserhalb des Zentrums! Inga war uebergluecklich, denn nun konnte sie ihr geliebtes Spanisch wieder sprechen! Wir mieteten uns fuer eine Woche ein, denn von der Werkstatt, Entschuldigung, dem Krankenhaus, erwarteten wir einen laengeren Aufenthalt fuer unseren Patienten. Die 7 Tage wurden sehr intensiv, wir kochten gemeinsam, verbrachten viele Abendstunden zusammen und wir lernten so alle unsere „Mitbewohner“ kennen, v.a. auch die Gruende fuer ihren Aufenthalt in Neuseeland. Nur so viel: ein Lebensprojekt uebertrifft das andere an Hoffnungen, aber auch an Schwierigkeiten! Hier unser Haus:

Und hier Joel, Marcello und Inga, kurz vor der Einnahme der leckeren chilenischen Suppe:

Aufgrund unserer luxurioesen Wohnung hatten wir genug Zeit und Ruhe, Christchurch zu erkunden, eine Sache, die wir bis dahin nicht sehr ins Auge gefasst hatten. Denn ein bisschen mulmig wegen der Erdbeben war uns schon! Aber in den ganzen Tagen gab es nur einmal ein merkbares, aber sehr kurzes Poltern mitten in der Nacht, zum Glueck. Die Schaeden der letzten grossen Beben sind allerdings natuerlich ueberall sichtbar, nicht nur am gesperrten Zentrum, was als „red zone“ bezeichnet und Stueck fuer Stueck abgetragen wird – ein Wiederaufbau an gleicher Stelle ist ausgeschlossen. Christchurch ist traumatisiert, ganz bestimmt. Aber die Stadt lebt auch, ja, ist sogar sehr lebendig und ueberall begegneten uns Zeichen einer sich neu entwickelnden Gemeinschaft, die so wohl undenkbar waere ohne die Zerstoerungen. Ueberall wird gemeinsam angepackt und neu gestaltet, gedacht, Hilfe angeboten etc. Vor allem einige kreative Projekte haben nun Raum (im wahrsten Wortsinne), um zu gedeihen – so z.B. Strassenpianos, eine oeffentliche Tanzflaeche, Outdoor-Kinos, Strassenschach usw. Fuer uns war das natuerlich Grund genug, alle diese Plaetze aufzusuchen und Christchurch aus einem anderen, optimistischen Blickwinkel zu betrachten – und viel Spass zu haben beim Klavier Spielen, im Kino und beim Tanzen! Ein kuenstlerisches Beispiel des „new ChCh“:

Bei all diesen Aktivitaeten ging die Zeit freilich schnell herum, doch waren wir auch nicht traurig, nach einer Woche weiterzufahren mit dem genesenen Patienten. Nach so viel Stadt und Trubel strebten wir wieder nach etwas Ruhe und „mieteten“ uns folglich fuer 3 Naechte in einer Huette ein, welche uns beste Moeglichkeiten zum Klettern in der Naehe versprach. Ganz allein waren wir nicht, zumindest in der Huette, doch die Zeit am Fels war grossartig, auch ein wenig atemberaubend:

Nun sind wir auf dem Weg in die Studentenstadt Dunedin, wohl unser letztes Ziel auf der Suedinsel, denn in den naechsten Tagen wollen wir alles daran setzen, unseren fahrbaren Untersatz zu einem nennenswerten Preis zu verkaufen. Mal sehen, ob uns das gelingt!

c

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12 Responses to “Christchurch – Eine lebendige Stadt”

  1. wuestenkuh Says:

    Hmmmm, die cazuela (chilenische Suppe) war koestlich.
    Uebrigens: Die Route in der Christoph auf dem Foto haengt war knappe 5 Meter kuerzer als unser Seil lang war… eine kleine Ueberraschung und atemberaubend im wahrsten Sinne des Wortes!! i

  2. B.+R. Says:

    schön,wiederein Lebenszeichen!Die WG-Unterkunft sieht aber gut aus!
    Was treiben die Chilenen dort in NZ?Wir sind froh,daß Ihr nicht mehr im unmittelbaren Erdbebengebiet seid.
    P.S.zum Seil:auch das Problem bekommt ein guter Vorsteiger in den Griff!

  3. Alex Says:

    Hey ihr zwei, die landschaft zieht vorbei und die tropfen tanzen auf der scheibe. On the road richtung erzgebirge schicke ich ostergrüße in die welt. Mögen sie euch erreichen. Bei uns hält der winter gerade einzug – frost und weiße überraschungen sind gemeldet und aktuell 3 grad celsius. Der april ist also seit langem wieder mal ein solcher. Grüße Alex

  4. Anne Says:

    Hallöchen, auch mal wieder ein paar Grüße aus Leipzig kommen geflogen. Das Arbeiten geht weiter, aber nur noch für ungefähr 6 Wochen, dann machen wir los. Genau am 4.6. Wisst ihr schon, wann ihr wieder kommt oder machen wir dann im Dezember einen megalangen Abend mit Millionen an Fotos und Erzählungen?
    Ist echt immer wieder toll eure Route und Erlebnisse zu verfolgen. Kann mir euch sehr gut dort vorstellen. Macht weiter so. Viele tolle Menschen und Abenteuer noch in der verbleibenden Zeit oder bleibt ihr jetzt für immer da? Eine WG habt ihr ja schon gefunden;)
    Seid ganz lieb gedrückt und bis bald
    Anne

    • wuestenkuh Says:

      schoen von dir zu hoeren. wir kommen am 8.6. wieder, also verpassen wir uns knapp … wo geht’s denn hin?

      • Anne Says:

        wir gehen für ein halbes jahr nach südamerika;) also wenn ihr gleich nochmal in die andere richtung wollt, seid ihr herzlich willkommen. dicke umarmung

      • wuestenkuh Says:

        wow! das klingt gut! schade, wir fliegen wieder ueber asien, koennen also nicht von oben winken …

  5. Eva Says:

    hey ihr beiden,
    nun versuch ich es doch einmal auf diesem wege… nur und einzig, um euch noch ein paar wunderbare letzte tage da unten zu wünschen!!
    und wenn ihr wieder da seid, freu ich mich auf’s mal klettern gehen. hab grade extra geübt bei den franken! =)
    lets rock!
    eva

    • wuestenkuh Says:

      danke fuer die wuensche! klettern in franken … da werden wir richtig neidisch!

      • eva Says:

        na neidisch bin ich ja bei euren kletter und geniesertouren und abenteuern im kiwiland auch! das passt dann wieder =) aber hier wirds ja jetzt auch sommer – eine gute zeit also für euch, um mal wieder den nördlichen halbkugel umdrehungen nachzuspühren! =)

      • wuestenkuh Says:

        wann hast du zeit zum klettern??

  6. e Says:

    Wow ! Cazuela! Inga ! Ich freue mich mmer wieder auf eure Abenteuererzählungen ! 🙂 Los extranio ! e*


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