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Fjo-o-o-o-rdland ist schrecklich schoen! März 3, 2012

Filed under: posts from nz — wuestenkuh @ 9:37 am
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Zunaechst einmal moechten wir uns entschuldigen, diesen Blog hier so lange unbeachtet gelassen zu haben. Aber wir waren eben da draussen, weit weg, in der Wildnis des wilden Fjordlands im Suedwesten der Suedinsel. Nun sind wir wieder zurueck und wir haben UEBERLEBT!

Nun gut, richtig brenzlig geworden ist es nie auf unseren beiden Wanderungen ueber 4 und 9 Tage und wir waren wirklich weit entfernt von irgendwelchen Verletzungen. Auch wenn der Weg (falls es einen gab) nicht immer einfach zu laufen war. Doch haben diese Tage hier in Fjordland einigen Eindruck auf uns gemacht, wieder so ganz anders als die Zeit in und um Invercargill.

Zunaechst planten wir eine 4-taegige Wanderung am Rande Fjordlands als kleinen Test. Wofuer? Nun ja, wir wollten sehen, ob wir einige Zeit in weglosem Gelaende, mit Karte und Kompass, unterwegs sein koennten, um spaeter eine groessere Runde mit 5 Tagen ohne Track, dafuer aber zahllosen Flussueberquerungen wagen koennten. Dieser Test war einerseits ein sehr schoener, auf dem wir tatsaechlich keinen einzigen Menschen trafen. Andererseits war es aber auch ein ernuechternder, da wir feststellen mussten, dass wieder einmal den DOC-Informationen nicht zu trauen ist (wir haben darueber ja schon berichtet)! Den eigentlich erwarteten wir, die ersten anderthalb Tage noch einen klaren Weg vorzufinden … stattdessen pirschten wir stunden-, nein, tagelang durch teilweise dichtesten Wald auf der Suche nach orange-pinken Schleifen an Bauemen und Straeuchern. Nicht ganz einfach und sehr sehr zeitaufreibend! Wer findet zum Beispiel die drei Schleifen in folgendem Suchbild?

 

Jaja, der Delphin war nur fuer die Anfaenger! Kein Wunder, dass wir zwischendurch entnervt uns zur nahen Wiese durchschlugen, um dort schneller voranzukommen. Nur, um dort mit einem Supmfloch nach dem anderen konfrontiert zu werden, in den Wald zuruecklaufen zu muessen und – na klar – den verlorenen Schleifchenpfad wiederzufinden. So verging Stunde um Stunde, bis wir, die zweite (wunderschoene) Nacht im Zelt vor Augen, unseren Plan aufzugeben und zurueckzugehen. Denn das Essen war eher knapp kalkuliert und ausserdem war da noch ein DOC-Ranger, der im Zweifelsfall eine Suchaktion fuer uns gestartet haette. Wer will das schon! Unsere Erkenntnis aus diesem Test fuer unser naechstes Abenteuer im Hollyford Valley war natuerlich klar. Anstatt 70 km weglos bis zur Kueste und 60 km auf dem Hollyford Track zurueck zu laufen, beschlossen wir, uns nur auf den Track zu beschraenken (also rein und raus auf dem gleichen Weg) und die neuseelaendische Wildnis in Ruhe zu lassen (wild genug wars dann dennoch). Eine zweite Erkenntnis aus dem Test war unsere eindeutige Kriegserklaerung an die Sandfly, jene blutluesterne Fliege, die jedem Besucher dieser Inseln frueher oder spaeter das Leben zur Hoelle macht. Vor allem in Fjordland, wo die Tiere manchmal so zahlreich sind, dass der Himmel ziemlich schwarz aussieht – mittags. Hier ein Blick unter unser Zelt (jeder dieser Punkte will nur eines: unser Blut!):

Gegen diese Biester ist kein Kraut gewachsen, am Ende bleibt einem meist nur die Flucht. Auch wenn wir zumindest fuer die Fuesse einen einigermassen wirksamen Schutz entwickelt haben, siehe hier:

Unser lieber Alex hatte schon recht mit dieser Mode, dieser alte Trendsetter (alle, die Alex kennen, werden sich jetzt sicher freuen!; fuer alle anderen tut es uns ehrlich leid)!

Nach einigen kleinen Ausfluegen zu traumhaften Seen:

und natuerlich dem weltberuehmten Milford-Sound (siehe die Millionen Fotos im Internet) und auf dem Weg einen Kea und ganz ganz viele andere komische Gestalten trafen:

starteten wir also vor nunmehr 10 Tagen auf den Hollyford-Track, der uns ueber knapp 60 tolle Kilometer bis zur Kueste bringen sollte, wo schon eine Robbenkolonie auf uns wartete. Ein Traum, ein Traum, ein Traum! Wir wurden natuerlich nass (Wanderschuhe lassen sich aber gut ausschuetten!), und ja, auch die Sandflies hatten ihre Freude an uns. Dennoch wollen wir diesen Ausflug keinesfalls missen, auch wenn wir nun erst einmal eine Blutsaugerpause brauchen und wieder in trockenere, inlaendische Gefilde aufbrechen werden. Wieder zurueck nach Wanaka.

Mit im Gepaeck haben wir nun auch fuer die naechsten 2 Wochen eine Reisegefaehrtin, Heide (aus Aachen), die wir auf dem Track aufgelesen haben. Die naechsten Abenteuer rufen also nach uns, und zwar ganz laut!

c

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9 Responses to “Fjo-o-o-o-rdland ist schrecklich schoen!”

  1. B.+R.Marx Says:

    O Ha!
    man kann es nachempfinden wenn man Wege und Hinweise sucht und nach Schleifen in der Baumkrone sucht.Wer hat die Schleifen in dieser Höhe angebracht,habe aber nur zwei entdecken können.Fliegenplage beim gehen,stehen,essen kenne ich,schrecklich,das zieht nach einpaar Stunden bereits den Zahn des Outdoorers.Das wetter sieht aber auch nicht so bestens nach Sommer aus.Wir freuen uns aber sehr euch wieder in der Zivilisation zu haben.

  2. restark Says:

    Hallo Ihr Lieben, wir freuen uns sehr über Euer Lebenszeichen und die detaillierte Schilderung des letzten Abenteuers: Die kleinen Biester unter Eurem Zeltdach lassen schon allein beim Anblick ein leichtes Jucken aufkommen…, erleben möchte man sie nicht! – Das neue Suchbild ist sehr eindrucksvoll und war etwas schwieriger, aber Dank der Vergrößerung konnten wir´s doch lösen und sind heilfroh, dass Ihr aus dieser Wildnis wieder herausgefunden habt!! Vielen Dank auch für das tolle Schatten-Strandbild, es gefällt uns sehr. –
    Wir wünschen Euch weiterhin alles Gute und vor allem eine erlebnisreiche Zeit mit Eurer neuen Reisegefährtin :-)) !
    Viele liebe Grüße – Richard und Elke

  3. Anh Says:

    Das klingt ja wirklich nach einem schrecklich schönen Abenteuer. Also um ehrlich zu sein, beneide ich euch nicht um die Fliegen, aber um die erstaunliche Landschaft die ihr sehen durftet! Und ich hab auch nur zwei Schleifen gefunden! Es gibt gar keine drei oder?!
    Viel Spaß wünsch ich euch weiterhin!

  4. KaRoLa Says:

    hallöchen ihr zwei wilden 🙂 schön von euch zu lesen und die schönen fotos zu sehen! ja, das mit den „wegen“ haben wir auch schon erlebt – gut, dass ihr alles überstanden habt und gesund zurück in der medialen welt seid… wir haben nun auch nur noch zwei wochen bis zu unserer reise – so langsam kommt ein bisschen aufregung und die klarheit darüber, dass es eben tatsächlich losgehen wird. ich glaube, lara merkt noch nix davon 😉 denn unser alltag ist noch wie immer: mit vielen besuchen von freunden, schwimmen und turnen, spazieren und klettern, pfützen springen und schlafen, spielen und vor allem essen 🙂 fühlt euch gedrückt von den drei schubers

    • wuestenkuh Says:

      viele druecker zurueck … und ein kleiner erhobener zeigefinger! mitten im winter ins gondwanaland gehen, in dicken sachen … kein wunder, dass euch der schweiss auf der stirn stand … nenene …

  5. Alex Says:

    … kleiner Tipp an alle Bildsucher. Man muss das Bild auf richtige Größe anklicken. Dann sieht man was bisher verborgen 😉

    Viel Spaß weiterhin ihr zwei. Aleks wird sich freuen, dass ihr seine Mode in die Welt hinaus tragt.

    Alex


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